Fünf Jahrhunderte eines Hauses.
Herren und Juristen, Bauern und Barone. Der dokumentierte Faden des Château de Mirande, von einem Lehen im Mâconnais zu einem privaten Zuhause.
Von einem Lehen im Mâconnais zu einem privaten Zuhause.
Mirande — in alten Aufzeichnungen unter zwei Namen bekannt, Mirande und le Buisson — war ein kleines Adelslehen im Mâconnais, abhängig von der Baronie Montbellet. Die ersten bekannten Lehnsherren, die Familie Chassipol, erscheinen Ende des 15. Jahrhunderts. Das Herrenhaus selbst wurde um 1660 unter Ludwig XIV. erbaut und trägt noch die Spuren jener Zeit.
Verteidigt durch Mauern und Türme mit kleinen Schießscharten — mehrere davon noch heute sichtbar — war es über die Jahrhunderte ein Herrenhof, eine adlige Residenz, ein landwirtschaftliches Anwesen, und zuletzt ein privates Zuhause, das Gästen offensteht. Das Torhaus trägt ein Chronogramm mit der Jahreszahl 1824. Die ältesten Steine finden sich noch im Turm, im Taubenhaus und im Torhaus.
Die ersten Lehnsherren
Die frühesten bekannten Inhaber des Lehens — mal Mirande, mal le Buisson genannt — sind die Familie Chassipol, eine Linie aus dem Mâconnais, deren Name einen Justizbeamten bezeichnete. Das Lehen wurde unter der mächtigen Baronie Montbellet gehalten.
Das Haus wird erbaut
Unter Ludwig XIV. — vielleicht während der Wirren der Fronde — wird das Herrenhaus von le Buisson erbaut, verteidigt durch Mauern und Türme mit kleinen Schießscharten, die noch heute sichtbar sind. Bis 1660 ist es eines von fünf Lehen, für die der Baron von Montbellet dem König huldigt.
Die Familie Bordet & die Kapelle
Jacques Bordet, ein Anwalt aus Mâcon, besitzt Mirande; eine private Kapelle neben dem Haus wird beim Pastoralbesuch von 1705 erwähnt, gelegen „in der Ecke eines kleinen Gartens". Das Anwesen geht durch die Familie Bordet bis ins 18. Jahrhundert.
Die Revolution zieht vorbei
Während des Bauernaufstands im Mâconnais wurde der Eigentümer Moiroud gewarnt, dass sein Haus geplündert werden sollte, und beeilte sich, seine Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen — nur um festzustellen, dass sechs Männer eintrafen und mit 36 Livres und seinem grünen Mantel abzogen. Das Haus selbst blieb verschont.
Ein neues Jahrhundert, ein neues Gesicht
Das Anwesen wird 1817 von Claude Bernard, einem Anwalt aus Mâcon, für 10.150 Francs erworben. Das Torhaus trägt ein Chronogramm mit der Jahreszahl 1824 — die Ziffer 4 spiegelverkehrt eingemeißelt — und die Gebäude erhalten im Laufe des 19. Jahrhunderts weitgehend ihre heutige Gestalt.
Die Protat-Jahre, dann der Baron
Die Familie Protat — Winzer, unter ihnen ein Bürgermeister von Montbellet — hält Mirande ab dem späten 19. Jahrhundert. 1944 geht das Anwesen an Baron Amaury de l'Épine über.
Auf dem Weg zur Gegenwart
Die Familie de l'Épine verkauft Mirande 2011 an Nina und Matthias Roser. 2018 wird das Anwesen von Benedikt Münch erworben — der Beginn dessen, was die Familie mit einem kleinen Lächeln bald das „Castle Project" nannte.
Ein Haus, offen für Gäste
Mirande ist ein privates, familiengeführtes Zuhause, das Gäste willkommen heißt — für längere Aufenthalte, für Hochzeiten, und für gelegentliche festliche Zusammenkünfte. Benedikt lebt auf dem Anwesen und leitet es im Alltag; die Restaurierung geht weiter, Zimmer für Zimmer.